SPD-Bundestagsabgeordnete Dr. Daniela De Ridder besucht die Wehrtechnische Dienststelle für Waffen und Munition in Meppen

 
Foto: Britta Hofmann
 

Die SPD-Bundestagsabgeordnete Dr. Daniela De Ridder war mit der SPD-Landtagskandidatin Andrea Kötter zu Besuch bei der Wehrtechnischen Dienststelle für Waffen und Munition in Meppen und kam mit dem stellvertretenden Leiter der Dienststelle Dr. Thomas Mályusz, Stabsleiter Dieter Grönniger, Helmut Etmann vom Personalrat, dem Vertreter der Schwerbehinderten Heiner Schnelte und Günter Prawitz aus der Verwaltung ins Gespräch.

 

Die Dienststelle gehört zum Geschäftsbereich des Bundesamtes für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr und wurde 1957 gegründet. Sie fungiert als Technologiezentrum für die Bereiche Waffen und Munition der Bundeswehr und führt experimentelle und analytische Untersuchungen mit integrierten Nachweisführungen durch.

Der Besuch verdeutlichte De Ridder, dass die Wehrtechnische Dienststelle akut unter Personalmangel durch Einsparungen bei der Bundeswehr zu leiden hat. Deutlich wurde zudem, dass aufgrund der Struktur und langer Dienstwege auch der Dienststellenleiter nicht genügend Möglichkeiten hat, dem Personalnotstand entgegenzuwirken. De Ridder betont in diesem Zusammenhang, dass eine nicht ausreichende Ausstattung der Wehrtechnischen Dienststelle zu Lasten der Sicherheit der Soldatinnen und Soldaten im Einsatz geht. Ein Problem, das es dringend anzugehen gilt. Aktuell beschäftigt die Dienststelle etwa 850 Personen in unterschiedlichen Bereichen. Von der Verwaltung bis hin zum wissenschaftlichen und technischen Personal ist für den Betrieb der Dienststelle eine Vielfalt an qualifizierten Fachleuten notwendig.

Besuch bei der Wehrtechnischen DienststelleFoto: Britta Hofmann

von li.: Dr. Daniela De Ridder, Stabsleiter Dieter Grönninger und Landtagskandidatin Andrea Kötter

„Die Bundeswehr ist heute an vielen internationalen Einsätzen beteiligt und unser Engagement im Kampf gegen den Terrorismus und für Sicherheit in der Welt wird hoch geschätzt. Die Wehrtechnische Dienststelle leistet dabei einen wichtigen Beitrag, damit unsere Soldatinnen und Soldaten sich auf ihre Ausrüstung im Ernstfall verlassen können und gut geschützt sind. Angesichts der angespannten weltpolitischen Lage ist eine gut ausgerüstete Bundeswehr ein unabdingbarer Beitrag für unsere Sicherheit, aber auch zur Verteidigung unserer Grundwerte. Daher dürfen wir es nicht zulassen, dass dieser so wichtige Bereich unter Personalnotstand in Zeiten wachsender Herausforderungen leidet“, erklärt Dr. Daniela De Ridder, SPD-Bundestagsabgeordnete für den Wahlkreis Mittelems.

Vor Ort erläuterte Grönniger De Ridder die Arbeitsstruktur und die unterschiedlichen Bereiche der Dienststelle. Die Dienststelle führt unter anderem auch Forschungs- und Technologievorhaben durch und kooperiert dabei eng mit Forschungseinrichtungen und Herstellern. Mit rund 200 km² gehört die Einrichtung zur größten Schießanlage in Westeuropa und ist unabdingbarer öffentlicher/unabhängiger Dienstleister für eine moderne Armee. De Ridder besichtigte nach einer Rundfahrt auf dem Gelände die Abteilung für Forschung und Technologie im Bereich der Ergonomie. Besonders auch der Schutz von Soldatinnen und Soldaten im Einsatz gehört zu den Forschungsbereichen der Dienststelle.

Neben der Forschung an der Ballistik werden auch Optik und Elektrooptik erforscht – auch in enger Kooperation mit den Fraunhofer Instituten, für die die Bundestagsabgeordnete Ansprechpartnerin im Ausschuss für Bildung, Forschung und Technikfolgeabschätzung ist. Auch Akustik, Lärmausbreitung und Immissionsschutz in Bezug auf das „Schutzobjekt Mensch“ sind – ähnlich wie meteorologische Forschungsvorhaben – auf dem Gelände an der Tagesordnung; so wird etwa mit Highspeed-Aufnahmen oder Triggerfolie gearbeitet, auch Crashtest-Dummys und Airbags werden bei den Experimenten eingesetzt.

Bei Auslandseinsätzen, so erfährt die SPD-Bundestagsabgeordnete, spielen – so etwa in Afghanistan – auch ergonomische Aspekte mit Praxisnutzen eine zentrale Rolle. Wie etwa stattet man den Insassenschutz aus, ohne dass dem Panzerfahrer die Beine einschlafen und was passiert bei einem Auffahrunfall, wenn doch ein Panzer über wenig bis keine Knautschzone verfügt? Dass dabei Fragen der „Antropotechnik“ genau so eine Rolle spielen wie die Wundballistik, bei der Medizinerinnen und Material- und Verfahrenstechniker zusammenarbeiten, kann die Politikerin gut nachvollziehen. Überrascht ist sie allerdings, als ihr die Schutzbekleidung der im Einsatz befindlichen Soldatinnen und Soldaten vorgeführt wird: Beeindruckend ist vor allem das Gewicht von mehr als 30 kg, dass bei Einsätzen zum eigenen Schutz getragen werden muss – ganz gleich wie die Witterungsbedingungen sind.

„Selbstverständlich wünschen wir uns eine friedliche Welt und möchten doch die Abrüstung voranbringen. Leider ist die Realität in der Welt gerade eine andere: Der Konflikt zwischen den USA und Nordkorea spitzt sich zu, in Syrien gibt es aktuell wenig Perspektiven für eine friedliche Lösung und Russland hält teile der Ukraine besetzt. So sehr wir uns Frieden und Abrüstung auch wünschen, wäre es gerade auch angesichts der wachsenden Bedrohung durch den internationalen Terrorismus fahrlässig, unsere Bundeswehr nicht adäquat durch Forschung und Entwicklung im wehrtechnischen Bereich und in der Sicherheitsforschung zu unterstützen und zu modernisieren. Die Beschäftigten bei der Bundeswehr müssen auf uns in der Politik vertrauen können, so dass wir alle Möglichkeiten zur friedlichen Lösung von Konflikten ausschöpfen. Dies muss uns als Parlamentarierinnen und Abgeordnete nachdenklich machen und auch unsere Entscheidungen im Bundestag beeinflussen, wenn wir sie in Auslandseinsätze schicken müssen; und deren Zahl wird voraussichtlich noch steigen. Unerlässlich ist dabei eine adäquate Personalausstattung, die nur dann Flexibilität zeigen kann, wenn sie nicht bis zum Anschlag belastet wird; zuweilen muss die Personalstruktur sicherlich auch so organisiert sein, dass die stark ausgeprägten Hierarchien abgeflacht werden könnten und Entscheidungsstrukturen innerhalb der Bundeswehr beschleunigt werden“, bekräftigt De Ridder.

 
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